
Staubbachfall
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Auf einen Blick (Teil der Top 10 Erlebnisse in Wengen)
Der Staubbachfall ist eines der Wahrzeichen des Berner Oberlands. Er stürzt 297 m von einer überhängenden Felswand am Eingang zum Dorf Lauterbrunnen herab und ist der höchste frei fallende Wasserfall der Schweiz. Im Frühling und Frühsommer speist die Schneeschmelze den Fall und erzeugt einen Schleier aus Gischt, der wie glitzernde Fäden im Wind treibt. Ein Weg führt hinauf zu einer Galerie hinter dem Wasservorhang, wo Sie in einer Felshöhle stehen und Millionen von Tropfen vorbeirauschen sehen können. Nachts wird der Wasserfall in der Hochsaison beleuchtet und verwandelt sich in ein schimmerndes silbernes Band. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe besuchte ihn 1779 und liess sich zu seinem Gedicht «Gesang der Geister über den Wassern» inspirieren, in dem er über den ewigen Kreislauf von Wasser und Leben sinniert.
Was ihn besonders macht
- Schiere Höhe: Das Wasser fällt fast 300 m frei und löst sich zu feinem Nebel auf, bevor es den Talgrund erreicht. An windigen Tagen treibt die Gischt über die Wiese und erzeugt in der Nachmittagssonne Regenbogen.
- Erlebnis hinter dem Wasserfall: Eine Treppe und eine in den Fels gehauene Galerie führen zu einer Grotte hinter dem Wasserfall. Von diesem geschützten Aussichtspunkt können Sie dem herabstürzenden Wasser zusehen und die kühle Gischt im Gesicht spüren. Klang und Vibration sind faszinierend, und an heissen Tagen ist der Luftzug durch die Höhle erfrischend.
- Kultureller Bezug: Das Naturschauspiel inspirierte Goethe; Informationstafeln am Ort teilen seine Gedanken und seine Dichtung. Maler und Reisende zog es über Jahrhunderte hierher, und der Wasserfall ziert noch heute Postkarten und Reiseführer als Sinnbild der Naturschönheit von Lauterbrunnen.
- Schauspiel bei Nacht: Von Juli bis August wird der Fall nach Sonnenuntergang beleuchtet und schafft eine zauberhafte Abendkulisse. Verbinden Sie das Lichtspiel mit einem Abendessen in einem lokalen Restaurant oder einem abendlichen Spaziergang durch das Tal.
Ihren Besuch planen
Der Staubbachfall lässt sich das ganze Jahr über vom Tal aus bewundern, auch wenn die Wassermenge je nach Jahreszeit variiert. Der Weg zur Galerie ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet. Er führt steil über Steinstufen und Leitern mit einigen rutschigen Abschnitten hinauf, tragen Sie daher festes Schuhwerk und seien Sie vorsichtig, besonders nach Regen. Ein Eintritt wird nicht erhoben, doch Spenden für den Unterhalt sind willkommen. Im Winter ist der Weg geschlossen, doch der Wasserfall bietet von unten weiterhin eindrückliche Fotomotive. Abendbesuche im Juli und August bringen den Bonus der Beleuchtung; prüfen Sie die lokalen Angaben für die genauen Zeiten. Nehmen Sie eine leichte Jacke mit – selbst an warmen Tagen kann die Gischt kühl sein. Wenn Sie im Frühling oder Frühsommer kommen, stellen Sie sich auf deutlich mehr Gischt ein, da die Schneeschmelze den Fall speist; eine wasserdichte Jacke und ein Plastikbeutel für Ihre Kamera erweisen sich als nützlich.
Warum dieser Ausflug auf Ihr Wengen-Programm gehört
Der Staubbachfall ist mehr als nur ein Wasserfall; er ist ein Sinnbild der alpinen Romantik der Schweiz. Künstler, Dichter und Reisende standen über Jahrhunderte ehrfürchtig unter seinem nebligen Schleier und hielten seine Schönheit in Worten und Bildern fest. Der Wasserfall markiert den Eingang zum Lauterbrunnental und dient als Tor zur Welt der Gletscher dahinter. Ein Besuch des Staubbachs gibt Ihnen die Gelegenheit, in Goethes Fussstapfen zu treten und die Inspiration zu spüren, die ihn zum Schreiben bewog. Er bietet zudem einen kurzen, leicht zugänglichen Ausflug für Tage, an denen Sie lieber im Tal bleiben, statt hoch in die Berge aufzubrechen. Da er nur einen kurzen Spaziergang vom Bahnhof Lauterbrunnen entfernt liegt, lässt er sich leicht mit anderen nahen Sehenswürdigkeiten verbinden oder als gemütlicher Abendspaziergang nach einem Wandertag geniessen. Zuzusehen, wie die untergehende Sonne das fallende Wasser in einen schimmernden Vorhang verwandelt, gehört zu den reinen Freuden des Sommers in den Alpen.
Praktische Tipps
- Schuhwerk – Tragen Sie festes Schuhwerk mit gutem Profil für den Aufstieg zur Galerie. Die Stufen können nass und uneben sein.
- Timing – Kommen Sie am späten Nachmittag, um Regenbogen in der Gischt zu sehen, oder nach Einbruch der Dunkelheit im Juli und August, um den beleuchteten Wasserfall zu erleben.
- Sicherheit – Bleiben Sie auf dem markierten Weg und halten Sie sich an den Handläufen fest. Die Felsen rund um die Galerie sind durch die ständige Gischt rutschig.
- Mit einer Talwanderung verbinden – Gehen Sie nach dem Besuch des Falls über den Talgrund weiter, vorbei an Höfen und Wiesen Richtung Trümmelbach oder zur Seilbahn nach Mürren. Diese einfache Wanderung zeigt die ländliche Schönheit des Tals.
Anreise ab der Victoria Lauberhorn, Wengen
Von Wengen fahren Sie mit der Bahn nach Lauterbrunnen (rund zwölf Minuten). Gehen Sie durch das Dorf Richtung Fuss des Staubbachfalls; der Spaziergang dauert rund zehn Minuten. Eine Informationstafel nahe dem Fuss bietet historische und geologische Hintergründe. Folgen Sie der Treppe hinauf zur Galerie, ein Aufstieg von zehn bis fünfzehn Minuten. Die Höhle hinter dem Wasserfall ist ein natürlicher Balkon mit begrenztem Platz; nehmen Sie Rücksicht auf andere und steigen Sie vorsichtig hinab. Inklusive Anreise, Zeit am Wasserfall und vielleicht einem Kaffee im Dorf sollten Sie für diesen Ausflug eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Sie können den Staubbach mit einem Besuch der Trümmelbachfälle oder einem Spaziergang über den Talgrund zu einem unvergesslichen Tag verbinden.